Heiltee

Heiltee

Schon vor Beginn der modernen Medizin nutze man Heilpflanzen zur Herstellung von natürlichen Arzneimitteln. Teedrogen werden aus getrockneten Kräutern und Pflanzen erzeugt und sind damals wie heute eine angenehme Alternative zu herkömmlichen Medikamenten. Um deren Wirksamkeit zu garantieren, unterliegen Teedrogen den strengen Anforderungen des österreichischen und europäischen Arzneibuches. Das bedeutet, dass alle Inhaltsstoffe einer strengen Identitäts-, Reinheits- und Qualitätskontrolle unterzogen werden.

Je nach Indikation, sowie der Art des Tees, werden verschiedene Zubereitungsmethoden empfohlen. 

Aufgüsse

Dazu wird die vorgeschriebene Menge des Tees mit der vorgeschriebene Menge an kochendem Wasser übergossen. Man lässt ca 10min zugedeckt ziehen und seiht dann ab.
Blätter, Blüten, gestossene Früchte und Kräuter werden meist so zubereitet, da aus diesen Pflanzenteilen die Wirkstoffe leicht zu gewinnen sind.

 

Abkochungen

Die Teedroge wird mit Wasser kalt angesetzt und wird anschließend erhitzt und 5 – 10min gekocht.
Nach kurzem Stehenlassen seiht man ab.
Vor allem Hölzer; Rinden oder Wurzeln werden so behandelt.

Kaltauszüge

Sie werden angewendet, wenn die Inhaltsstoffe die Behandlung mit kochendem Wasser nicht vertragen. (z.B. Leinsamen, Malvenblüten, Eibischwurzel) oder, um zu verhindern, dass unerwünschte Begleitsubstanzen in den Auszug gelangen.
So enthält beispielsweise ein Kaltauszug von Bärentraubenblättern genausoviel wirksame Bestandteile, aber deutlich weniger magenreizende Gerbstoffe, als ein Aufguss mit heissem Wasser.
Kaltauszüge werden mit kalten Wasser angesetzt und ca. 12 Stunden stehen gelassen.

Wenn Sie zur Bekämpfung ihrer Beschwerden einen Tee verwenden wollen, lassen Sie sich von uns beraten.
Wir können Ihnen aus 3 bis 4 wirksamen Bestandteilen einen Tee mischen.
Mehr Bestandteile sollte ein Arzneitee nach modernen Erkenntnissen normalerweise nicht haben.

 

Hinweise

Es gibt eine Reihe von Gründen, die dagegen sprechen, dass man Arzneipflanzen selbst sammelt
Es gibt bei vielen Pflanzen die Möglichkeit der Verwechslung mit ähnlichen Arten, die wirkstofffrei oder sogar giftig sind.

So ist beispielsweise nicht jede Kamille eine Arzneikamille. Die bei uns wild vorkommende Ackerhundskamille entspricht nicht den Qualitätsanforderungen und ruft manchmal allergische Reaktionen hervor.
Und – es gibt eine Giftpflanze, die mit der Kamille verwechselt werden kann: das Mutterkraut

Wichtig ist auch, welcher Teil der Pflanze verwendet werden soll. (Pfefferminztee enthält nur Blätter, Stengel sind nicht erlaubt).

In der Apotheke muss auf Insekten-, Pilzbefall und Schwermetallbelastung geprüft werden.
Die Käsepappel z.B. neigt zu Pilzbefall, Heidelbeeren sind oft schwermetallbelastet.

Man sollte auch an den Schutz der Natur denken, viele Arzneipflanzen sind schon selten und deshalb auch streng geschützt.

Für fast alle Teedrogen gilt ein spezieller Licht- und Feuchtigkeitsschutz.
Besonders Blätter, Blüten, Kräuter verlieren bei unsachgemässer Aufarbeitung rasch viele ihrer wirksamen Inhaltsstoffe.

Arzneipflanzen, die in der Apotheke angeboten werden, sind fachgerecht gelagert, sämtlich beschriebenen Kontrollen unterworfen, und enthalten den höchstmöglichen Gehalt an Inhaltsstoffen.
Sie stammen ausschliesslich aus kontrolliertem Anbau und sind daher arm an Schadstoffen.